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Saarland: Saarschleife bei Mettlach

Mit einem großen Bogen durch die Berglandschaft hat sich die Saar hier ihren Weg gebahnt. Vom Aussichtspunkt Cloef bietet sich aus 180 Metern Höhe ein imposanter Blick in die Weite.

Flussbiegung mit Aussicht

Wo und so | Nahe des Mettlacher Ortsteils Orscholz hat sich die Saar eine imposante Schleife für ihren Flusslauf gegönnt – oder widerspenstige Felsen haben sie ihr aufgezwungen. Welche Kräfte auch immer am Werk waren, das Wasser suchte und fand seinen Weg. Mit unvorstellbarer Ausdauer spülte es sich ein Tal, ließ es zwischen steilen Hängen und tiefen Schluchten versinken, ließ einen Bergrücken zur schmalen Halbinsel werden, und fertig war das eindrucksvolle Naturpanorama.

Der beliebte Aussichtspunkt Cloef liegt hoch oben am Rand der Klippe. Er wirkt wie eine Felsentribüne: Der Blick geht in die Weite, prescht davon in einen grenzenlosen Himmel, gleitet über die ausgebreitete Landschaft, springt hinunter zum gewundenen Flussbett, zu den bewaldeten Hängen, zu den Mauern der Burgruine in der Ferne. Nicht umsonst zählt die große Saarschleife zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Saarlandes.

Diesmal ist der Vorhang auf

März 2013 | Ich war schon einmal hier, vor gut einem Vierteljahrhundert. Da war es Oktober und ein regnerischer Morgen. Ich erinnere mich an den matschigen Boden beim Aussteigen aus dem Bus, das Herbstlaub auf den Wegen. Schwere Wolken trieben über das Land, und Dunstschleier hingen im Tal. Da kommt man einmal im Leben hierher, so dachte ich mir damals, und genau da zieht Petrus den Vorhang zu. Trotz Nässe und Kälte habe ich den Besuch an der Saarschleife in guter Erinnerung behalten – und als lohnendes Ausflugsziel, sobald sich noch einmal die Gelegenheit dazu bietet.

Dieses Mal war es März und später Nachmittag. Von Frühlingstemperaturen konnte keine Rede sein. Aus der Nacht zuvor lag immer noch Schnee in den schattigen Ecken, knirschte erstarrter Waldboden unter den Sohlen, kroch eisiger Wind unter die Jacken. Doch es war ein schöner Besuch: Die Sonne schien, die Luft war klar. Eine optimal ausgeleuchtete Landschaft breitete sich aus, die Fernsicht war fantastisch.

Wir kamen vom Besucherzentrum über einen befestigten Spazierweg zum Aussichtspunkt. Der Waldsaum diente dabei bis zum letzten Moment als Sichtbarriere zum Tal. Grün getünchte Bretter formierten sich zur Ermunterung: „Locker bleiben“. Wir waren locker – und außerdem erwartungsvoll. Endlich schlängelte sich der Weg zwischen die Bäume und wir traten hinaus vor die imposante Szenerie. Und wieder funktionierte der Vorhang-auf-Effekt: Ausblick zog sofort in den Bann, beanspruchte die komplette Aufmerksamkeit. Die Stufen auf dem Weg zum Rand der Aussichtsplattform entgingen mir derweil, ein Stolperer war unvermeidlich.

Wir genossen den Logenplatz, freuten uns über Licht und Sicht und Wetter und überhaupt. Es war erhebend, hier zu stehen. Mit der langsam tiefer sinkenden Sonne schlichen Schatten über das Flusstal. Ohne Zweifel, hier lässt es sich verweilen, hier kann man durchatmen, bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit. Die Welt umarmen, die Natur bewundern, tiefgründigen Gedanken nachhängen. Jeder, wie er mag.

Die Schutzhütte am Aussichtspunkt gab dafür passende Inspirationen: Auf dem Dach stellte eine schmiedeeiserne Katze einem arglosen Vögelchen nach, das auf der Spitze des Wetterhahns zwitscherte. Auf einer großen Plakette an der Innenwand der Hütte standen die passenden Verse von Wilhelm Busch, die aus dem Galgenhumor eines armen Vogels in auswegloser Lage eine Lebensweisheit zusammenreimen. Eine schöne Anregung zum Weiterdenken.

Wer das Saarland besucht, sollte sich einen Abstecher zur Saarschleife nicht entgehen lassen. Der Ausblick ist grandios und hat gute Chancen, in die Riege der unvergesslichen Eindrücke aufzusteigen. Ich habe gelesen, inzwischen soll es dort auch einen Baumwipfelpfad geben, der den Panoramablick noch einmal auf eine ganz neue Stufe hebt. Das schaue ich mir an, beim nächsten Mal – hoffentlich nicht erst in 25 Jahren.

Siehe auch: #mosel_saar / Fundstück: Der humorvolle Vogel

(c) Lutz Schafstädt – 2023
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1 Kommentar

  1. Pingback:Der humorvolle Vogel – Lutz Schafstädt

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