Seit einigen Jahren erst gibt es diese Attraktion in luftiger Höhe und zieht besonders Naturliebhaber an, die sich gern einen Gesamtüberblick von Insel und Ostsee verschaffen wollen.
Der höchste Aussichtspunkt der Insel
Wo und so | Der Rundweg mit Aussichtsplattform wurde im Sommer 2021 eröffnet und ist ein ideales Ausflugsziel nicht nur für Tage ohne Strandwetter. Der hölzerne Steg führt entlang der Baumkronen des umgebenden Mischwaldes mit vielen Buchen und Kiefern. Zum Aussichtspunkt in insgesamt 75 Metern Höhe gelangt man über eine allmählich ansteigende Rampe, die spiralförmig um den Turmbau verläuft und auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu bewältigen ist. Von oben bietet sich ein begeisternder Rundumblick auf die Ostsee, die Strände der Kaiserbäder und die Landschaft Usedoms. Ein über den Abgrund gespanntes Netz sorgt für Nervenkitzel. Auf Infotafeln und an Lernstationen können Kinder und Erwachsene viel über die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Insel selbst erfahren. Der Eingang zum Baumwipfelpfad befindet sich unmittelbar neben dem Heringsdorfer Bahnhof.
Die Ostsee aus Adlerperspektive
April 2026 | Wer in den Kaiserbädern Ferien macht, kann mit der Kurkarte die örtlichen Buslinien nutzen, so oft er mag. Auch wir nehmen heute den Bus, wir wollen am Vormittag zum Baumwipfelpfad Heringsdorf. Wir vertrauen der Wettervorhersage und ziehen etwas dünnere Sachen an, um die erwarteten 17 Grad samt Sonne gebührend in Empfang zu nehmen. Schnell steht fest, wir haben alles richtig gemacht. Es wird ein richtiger Frühsommertag und schon bald sind die Jacken auf.
Von der Bushaltestelle am Bahnhof Heringsdorf zum Eingang des Baumwipfelpfads sind es nur wenige Schritte. Gastronomie, Andenkenshop und Toiletten merken wir als Option für später vor und holen uns Tickets. Um nicht gleich alle Kräfte zu verbrauchen, nehmen wir für die erste Etappe in die Höhe den Lift, dann spazieren auf hölzernen Planken den Weg entlang, immer mit leichtem Anstieg, bis wir am Aussichtsturm angekommen sind. Unterwegs gibt es einige Kletter- und Balanceaufgaben, die sich vornehmlich an die jüngeren Besucher richten. Für sie gibt es auch eine Comic-Rallye, bei der von den Kindern eine Mission für einen Seeadler absolviert werden muss. Wir rätseln zwar nicht mit, doch lernen von den Schautafeln, dass es nirgendwo in Deutschland so viele Seeadler gibt wie auf Usedom. Flora, Fauna, Geschichte, Geologie, Naturschutz – wer mag, kann sich schlau machen über die Insel, auf der seit der Eiszeit einiges los war.
Waren wir bisher auf einer Höhe von rund 20 Metern unterwegs, stehen wir nun vor dem Turmbau. Ab jetzt windet sich der Weg an dessen Außenseiten allmählich weitere 33 Meter nach oben. Rechnet man den Präsidentenberg unter uns noch dazu, kommen beachtliche 75 Meter zusammen – höher kann man auf Usedom nicht wandern. Schnell haben wir das Niveau der Baumkronen überwunden und kommt die Küstenlandschaft in Sicht. Auf der Aussichtsplattform angekommen haben wir Adlerperspektive und knipsen spektakuläre Luftbildaufnahmen von den Kaiserbädern und dem sanft geschwungenen Ostseestand zwischen Swinemünde und Bansin.
Wir gehen entlang der Außenbalustrade einmal rundherum, lesen die Ortsmarkierungen, halten Ausschau, setzen uns eine Weile in die Sonne, lassen unsere Blicke schweifen, schauen den Kindern bei ihren akrobatischen Verrenkungen auf dem Netz über dem Abgrund zu. Die Zeit vergeht schnell, es wird Zeit für den Rückweg. Für die Mittagspause lassen wir uns vom Bus zur Heringsdorfer Seebrücke bringen. So endet ein angenehmer, interessanter, kurzweiliger und eindrucksvoller Vormittag.
Siehe auch: #inselusedom / #ostseeregion
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(c) Lutz Schafstädt – 2026










