Da hat einer gut reden. Kommt leichtfüßig mit einem lockeren Spruch daher, der auf den ersten Blick wie eine Binsenweisheit anmutet. Doch sein Zitat hat für mich das Zeug zum Fundstück und Blaise Pascal ist ein Name, den man kennen sollte. Dahinter verbirgt sich ein Universalgelehrter der alten Schule, und schon höre ich aufmerksamer hin, was er zu sagen weiß:

Es sollte für jeden Autor Ehrensache sein, verständlich und klar zu schreiben. Seine Gedanken müssen eindeutig, zugänglich und möglichst auch unterhaltsam sein. Lesen darf keine Mühe bereiten. Das Schreiben schon. Doch am Zielpunkt darf man die Mühe dem Buch nicht mehr anmerken. Dann soll es so mühelos wirken wie der Lesespaß. Insofern wird niemand dem Zitat ernstlich widersprechen.
Bemüht heißen die Texte, bei denen es schiefgeht, wenn Wollen und Können nicht zueinanderfinden. Dann durchlebt der Leser die Qualen des Autors noch einmal und kommt möglicherweise auf diesem Umweg zu dem Schluss, es selbst besser schreiben zu können. Und dann gibt es ja noch die Bücher, die extra kompliziert und geschraubt geschrieben sind, um schlau zu erscheinen und ihre Leserschaft zu beeindrucken. Den Leser fordern, heißt das wohl. Mir wird gerade klar, wie weit dieses Thema reicht. Gut, dass Blaise Pascal deutlich sagt, welche Bücher die besten sind.
Ich finde übrigens erstaunlich, wie alt dieses Zitat schon ist. Blaise Pascal lebte von 1623 bis 1662. Da war Sonnenkönig Ludwig XIV. noch an der Macht und das barock-absolutistische Frankreich erlebte eine Blütezeit der Künste und Wissenschaften.
Das ist Jahrhunderte her, und Blaise Pascal wird heute vor allem als Philosoph und Literat gesehen. Doch er war ein Universalgelehrter im besten Sinne. Ich erzähle das, weil es mir selbst nicht bewusst war und ich viel Grund zum Staunen hatte. Er war nämlich auch Mathematiker und Physiker und kann auf bemerkenswerte Erfindungen verweisen, die Teil der Wissenschaftsgeschichte geworden sind. Ein paar Beispiele gefällig?
Die physikalische Einheit des Drucks trägt seinen Namen, weil Pascal sich mit Experimenten zum Luftdruck verdient gemacht hat und das Vakuum erforschte. Das Pascalsche Dreieck kennt jeder, der sich mit der mathematischen Disziplin der Kombinatorik beschäftigt. Und dann noch: Die Programmiersprache Pascal ist nach ihm benannt, weil er 1642 (im erstaunlichen Alter von nur 19 Jahren) auf Basis von Zahnrädern eine mechanische Rechenmaschine konstruierte, eine der ersten überhaupt. Ein faszinierender Denker, dieser Blaise Pascal, über den es noch viel zu erzählen gäbe. Er verfasste philosophische Schriften und beschäftigte sich sogar mit Astronomie. Da verwundert es nicht, dass es einen Mondkrater gibt, der Pascal heißt.
(c) Lutz Schafstädt – 2025
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