Die Kreisstadt Husum an der Nordseeküste ist ein lohnendes Ausflugsziel. Die historische Altstadt, eine lange Stadtgeschichte, maritimes Flair und die Nähe zum Wattenmeer lassen den Besuch zu einem abwechslungsreichen und reizvollen Erlebnis werden.
Der Dichter Theodor Storm ist der berühmteste Sohn der Stadt. Ihm sind Denkmäler und ein Museum gewidmet. Er nannte Husum einst „die graue Stadt am Meer“, was von den Husumern augenscheinlich bis heute als Ansporn verstanden wird, ein farbenfrohes und vielfältiges Stadtbild zu gestalten. Deshalb stimmt diese Aussage nicht mehr. Außer bei schlechtem Wetter vielleicht, wenn das Grau des Himmels sich tief über die Dächer senkt.
Das Herz Husums schlägt am malerischen Binnenhafen. Von hier breiten sich die Gassen der historischen Altstadt aus, führen zum Marktplatz mit dem Tinebrunnen vor der Marienkirche und weiter zum Husumer Schloss. Unterwegs gibt es alte Architektur und nordfriesische Lebensart zu entdecken, die lange auch von Dänemark kulturell beeinflusst wurde.
Der Aufstieg Husums begann im Mittelalter. Damals lag der Ort noch im Binnenland, bis schwere Sturmfluten eine neue Küstenlinie formten und Husum zur Hafenstadt machten. Daraufhin entstanden Handel, Schifffahrt und Fischerei und setzten entscheidende Impulse für Wachstum und Wohlstand. Husum bekam ein herzogliches Residenzschloss mit Wassergraben und Park, erhielt das Stadtrecht, gehörte zum Königreich Dänemark und wurde preußische Provinz.
Die bewegte Geschichte hat überall im Stadtbild Spuren und Sehenswürdigkeiten hinterlassen. Geradezu unerschöpflich wird das Angebot an Erlebnissen und Attraktionen, wenn die Natur, die Nordseeküste und das Wattenmeer rings um Husum mit ins Spiel kommen.
Nordfrieslands maritime Hauptstadt
Juni 2026 | Wir sind zum ersten Mal in Husum und haben hinter dem Rathaus einen Parkplatz gefunden. Unser Rundgang durch die Altstadt beginnt deshalb am Binnenhafen. Die Häuserzeilen ringsum sind alt, nordisch und fotogen. Es ist der touristische Mittelpunkt der Stadt, die vielen Geschäfte und Restaurants zeugen davon. An der Kaimauer steht eine Hochwassersäule mit den Markierungen für die schlimmsten Sturmfluten. Ganz oben ist eine Marke für die Sturmflut vom Januar 1976. Bedrohlich hoch über unseren Köpfen markiert sie den Wasserstand, den zum Glück die Deiche aufgehalten haben, sonst wäre die Altstadt metertief darin versunken gewesen.
Wir schlendern die Hafenstraße entlang bis an die Zugbrücke, gehen durch die Unterführung und schauen uns den Kutterhafen an. Von hier aus geht es wohl auf Krabbenfang. Wieder auf dem Rückweg werden wir auf ein Hinweisschild aufmerksam, das in eine schmale Gasse weist, die zum Wohnhaus von Theodor Storm führen soll. Wir folgen natürlich diesem Wink. Der Schriftsteller und Dichter ist der berühmteste Sohn der Stadt. Seine Geschichte vom Schimmelreiter ist wohl jedem schon wenigstens dem Namen nach in der Schulzeit begegnet. Geboren wurde Storm in einem unscheinbaren Haus am Markt. Das repräsentative Anwesen in der Wasserreihe, vor dem wir nun stehen, bewohnte er erst, als er Landvogt geworden war, in einer späten Lebensphase. Das Haus ist ein Museum. Am Sonntagvormittag, damit heute, hat es jedoch noch geschlossen. Wir begnügen uns mit einem Rundgang durch den kleinen blütenreichen Garten, der wahrlich idyllisch und vorbildlich gepflegt ist.
Unsere nächste Station ist der Marktplatz, dem wir uns nach einem Schwenk in die Hohle Gasse durch die Einkaufsmeile der Altstadt nähern. Rund um den Brunnen herrscht Getümmel, hier läuft gerade eine Veteranenveranstaltung der Bundeswehr auf Hochtouren, mit Großbildprojektion, Bühne und Lautsprechern. Wir machen einen Bogen darum und verschwinden im Schlossgang, einem unscheinbaren Verbindungsweg, der durch ein altes Haus mit Klinkerfassade führt. Die Altstadt von Husum ist wirklich schön. Auch diese Gasse mit ihren historischen Häusern ist sehenswert. Schon bei der Ankunft hier in Nordfriesland ist uns die allgegenwärtige dänische Prägung aufgefallen. Die Bauweise der Häuser, die großen Fenster und natürlich viele Ortsnamen erinnern an die Verbindung mit Dänemark. Uns gefallen vor allem die Rosenbüsche, die überall neben den Türen und Fenstern an den Hausfassaden blühen, selbst wenn nur eine Handbreit bepflanzbarer Boden verfügbar ist.















Der Schlossgang bringt uns, wer wollte überrascht sein, zum Husumer Schloss. Es ist erst von einem Wassergraben und dann von einem Park umgeben und umschließt einen gepflasterten Innenhof. Der Innenbereich wirkt nüchtern und geparkte Autos stehen herum. Von außen ist es jedoch eine sehenswerte Schönheit, besonders in Kombination mit Wasser und Grün. Auch das Torhaus ist ein Hingucker, an dem vorbei wir in den Park gehen, um uns das Storm-Denkmal anzuschauen. Eine Zufallsbegegnung. Eigentlich wollten wir nur das Schloss umrunden und freuen uns nun, seine Stele nicht verpasst zu haben.
Jetzt ist es Zeit für einen Snack. Wir schlendern zurück, über den Marktplatz zum Hafen. Die Auswahl an Restaurants ist groß, das macht uns bei der Entscheidungsfindung immer Probleme. Also laufen wir erst wieder die komplette Promenade ab, um schließlich im „Goldenen Anker“ zu landen. Wir bestellen selbstverständlich Fisch, nehmen ein Radler dazu, das hier Alster heißt, und bleiben eine ganze Weile im Wohlfühlmodus sitzen.
Siehe auch: #nordseeküste
(c) Lutz Schafstädt – 2026
Zurück zu: Unterwegs – Ausflüge und Reisen